2005
07.11

Der 4te Abschnitt Erfüllung im 4ten Kapitel dient Goodman dazu den Sachverhalt näher zu erläutern, wann und wie ein Objekt etwas erfüllt. Dies allerdings nur auf einer Metaebene, weil es ihm immer noch um die Differenzierung von sprachlichen und nichtsprachlichen Symbolsystemen geht. “Ein Symbolsystem besteht aus einem Symbolschema, das mit einem Bezugnahmegebiet korreliert wird” (S. 139), gibt Goodman als erste Erläuterung direkt zu Beginn des Abschnitts an.

Inskriptionen, die keinen Erfüllungsgegenstand haben, seien sie atomar oder zusammengesetzt, werden nach Goodman als vakant bezeichnet (vgl. S. 141). Doch auch eine vakante Inskription gehört zu einem Symbolschema, wäre dann jedoch kein Teil des Symbolsystems mehr; “ihr Defizit ist semantischer, nicht syntaktischer Natur” (ebd.). Anders herum formuliert würde es bedeuten, dass ein Objekt, das keine Inskription erfüllt, in dem zugrunde liegenden Symbolsystem über kein Etikett verfügt (vgl. ebd.). Zusätzlich führt Goodman noch die Attribute komposit und primitiv ein. Komposit sind Inskription, wenn sie zusammengesetzt sind und einen Erfüllungsgegenstand haben. Primitiv sind alle anderen, nicht vakanten und nicht zusammengesetzten Inskriptionen. Die syntaktische Disjunktheit der Inskriptionen eines Charakters führt nicht dazu, dass eine Inskription selbst nicht ambig in einem Symbolsystem auftreten kann.

Zur Erläuterung des Verhältnisses von kompositen, primitiven und vakanten Klassifikationen auf der semantischen Seite von Symbolsystemen, so wie des Verhältnisses von atomaren und zusammengesetzten Inskriptionen mag folgende Grafik dienen, die Nelson Goodmans Buch Sprachen der Kunst entnommen ist (vgl. S. 143).

Scan aus Sprachen der Kunst

So viel der Erläuterung, bevor dann im 5ten Abschnitt die semantischen Erfordernisse von Symbolsystemen beschrieben werden.

Goodman, Nelson, 1997: Sprachen der Kunst. Entwurf einer Symboltheorie. - Frankfurt am Main: Suhrkamp.

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